Samstag, 31. Juli 2021

31.07.2021 - Rassismus

In Kiel soll ein schwarzer Mann gesagt haben: Zum Thema Mohr - ich bin stolz ein Mohr zu sein. Ich bin stolz, ein schwarzer Mann zu sein.

Welch ein blühender Schwachsinn.

Sollte ich sagen, ich bin stolz ein weißer Mann zu sein?

Ich würde mich gnadenlos über diesen Satz schämen.

Welch ein dummer Schwachsinn wäre das - das wäre Rassismus pur.

Ich bin stolz, ein Asiat, ein Afrikaner, ein Europäer, ein Indianer, etc. zu sein???

Rassismus.

Um mit Kurt Tucholsky und seinen Anmerkungen „Zur soziologischen Psychologie der Löcher“ zu sagen … „In der Ackerstraße ist Geburt Fluch; warum sind diese Kinder auch grade aus diesem gekommen? Ein paar Löcher weiter, und das Assessorexamen wäre ihnen sicher gewesen.“

Anders gesagt: Ein paar Löcher weiter, und die Haut wäre rot, gelb, weiß, braun oder schwarz gewesen ...

 

Freitag, 30. Juli 2021

28.07.2021 - Dynamik

 Eigentlich haben die beiden nichts miteinander zu tun. Eigentlich. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatten die Coronamaßnahmen schon ganze Arbeit geleistet, da kamen die Fluten hinzu. Der perfekte Sturm der Deutschen ist jedoch keine Kombination von Naturgewalten, sondern vor allem auch ein massenpsychologisches Phänomen. Staatliches Versagen hat ihre Wirkung entscheidend verstärkt. 

Im Fall der Unwetter durch Unterlassung. Seit Jahren wurden die Gefahren beiseite geschoben, die Täler verbaut, die Warnungen ignoriert. Im Fall des Virus wurde das ganze Land in den Lockdown geschickt, seine Dynamik zerstört. Statt Alte und Kranke effektiver zu schützen, wurde die ganze Gesellschaft demobilisiert und demoralisiert. Bemerkenswerter Weise hat man beim Virus wie beim Klima nicht das Naheliegende getan, sondern sich darum bemüht, „im Luftreich des Traums“ (Heinrich Heine) zu herrschen. 

Statt zu Heilen, versprach man das Unmögliche, den Sieg über das Virus. Statt sich auf unvermeidbare Unwetterfolgen einzustellen, versucht man das Klima zu regeln. Das ist in beiden Fällen menschliche Hybris. Deutschland hat ein massives Problem. Es behauptet, im Einklang mit der Natur zu handeln, kann aber die Natur der Dinge nicht akzeptieren. Es ist damit gewiss nicht allein auf der Welt – aber es hält sich unbeirrbar für ein Vorbild. 

Es lernt deshalb auch nicht dazu. Noch immer und immer wieder spricht die Kanzlerin von „besorgniserregender Dynamik“ und von „exponentiellem Wachstum“ und kaum jemand widerspricht ihr. 

HERLES

29.07.2021 - Skalp

 »Seit dreißig Jahren schwenken die Feuilletonredakteure meinen Skalp. Das bekommt mir ganz gut.«

Ernst Jünger, 1950

30.07.2021 - Das Loch

Kurt Tucholsky

Zur soziologischen Psychologie der Löcher

Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist.

Das Loch ist ein ewiger Kompagnon des Nicht-Lochs: Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut. Wäre überall etwas, dann gäbe es kein Loch, aber auch keine Philosophie und erst recht keine Religion, als welche aus dem Loch kommt. Die Maus könnte nicht leben ohne es, der Mensch auch nicht: es ist beider letzte Rettung, wenn sie von der Materie bedrängt werden. Loch ist immer gut.

Wenn der Mensch ›Loch‹ hört, bekommt er Assoziationen: manche denken an Zündloch, manche an Knopfloch und manche an Goebbels.

Das Loch ist der Grundpfeiler dieser Gesellschaftsordnung, und so ist sie auch. Die Arbeiter wohnen in einem finstern, stecken immer eins zurück, und wenn sie aufmucken, zeigt man ihnen, wo der Zimmermann es gelassen hat, sie werden hineingesteckt, und zum Schluß überblicken sie die Reihe dieser Löcher und pfeifen auf dem letzten. In der Ackerstraße ist Geburt Fluch; warum sind diese Kinder auch grade aus diesem gekommen? Ein paar Löcher weiter, und das Assessorexamen wäre ihnen sicher gewesen.

Das Merkwürdigste an einem Loch ist der Rand. Er gehört noch zum Etwas, sieht aberbeständig in das Nichts, eine Grenzwache der Materie. Das Nichts hat keine Grenzwache: während den Molekülen am Rande eines Lochs schwindlig wird, weil sie in das Loch sehen, wird den Molekülen des Lochs . . . festlig? Dafür gibt es kein Wort. Denn unsre Sprache ist von den Etwas-Leuten gemacht; die Loch-Leute sprechen ihre eigne.

Das Loch ist statisch; Löcher auf Reisen gibt es nicht. Fast nicht.

Löcher, die sich vermählen, werden ein Eines, einer der sonderbarsten Vorgänge unter denen, die sich nicht denken lassen. Trenne die Scheidewand zwischen zwei Löchern: gehört dann der rechte Rand zum linken Loch? oder der linke zum rechten? oder jeder zu sich? oder beide zu beiden? Meine Sorgen möcht ich haben.

Wenn ein Loch zugestopft wird: wo bleibt es dann? Drückt es sich seitwärts in die Materie? oder läuft es zu einem andern Loch, um ihm sein Leid zu klagen – wo bleibt das zugestopfte Loch? Niemand weiß das: unser Wissen hat hier eines.

Wo ein Ding ist, kann kein andres sein. Wo schon ein Loch ist: kann da noch ein andres sein?

Und warum gibt es keine halben Löcher –?

Manche Gegenstände werden durch ein einziges Löchlein entwertet; weil an einer Stelle von ihnen etwas nicht ist, gilt nun das ganze übrige nichts mehr. Beispiele: ein Fahrschein, eine Jungfrau und ein Luftballon.

Das Ding an sich muß noch gesucht werden; das Loch ist schon an sich. Wer mit einem Bein im Loch stäke und mit dem andern bei uns: der allein wäre wahrhaft weise. Doch soll dies noch keinem gelungen sein. Größenwahnsinnige behaupten, das Loch sei etwas Negatives. Das ist nicht richtig: der Mensch ist ein Nicht-Loch, und das Loch ist das Primäre. Lochen Sie nicht; das Loch ist die einzige Vorahnung des Paradieses, die es hienieden gibt. Wenn Sie tot sind, werden Sie erst merken, was leben ist. Verzeihen Sie diesen Abschnitt; ich hatte nur zwischen dem vorigen Stück und dem nächsten ein Loch ausfüllen wollen.

 

Dienstag, 27. Juli 2021

27.07.2021 - Schämt Euch

„Deutsche wir können stolz sein auf unser Land“

Willy Brandt, SPD, 1972, im Wahlkampf …

Das ist ein übler nationalistischer Spruch, der auch von Nazis kommen könnte … „Deutsche Volksgenossen wir können stolz sein auf unser Land (1936)“

Ebenso dumm und nationalistisch wie der Spruch „Franzosen wir können stolz sein auf unser Land“… „Russen wir können stolz sein auf unser Land“ … „Amerikaner wir können stolz sein auf unser Land“ … kein ehrlicher Demokrat kam auf diesen Spruch-Gedanken für eine Wahl in seinem Kopf …

Die Sozis müssten sich heute noch für diesen nationalistischen Wahlspruch schämen - wenn sie einen Charakter hätten …

Aber die Sozis schämen sich heute noch nicht für ihre ekelhafte Medien-Hetze gegen den schwulen Fürst Eulenburg in den Konzernchef Krupp , schämen sich nicht für die Zustimmung - August 1914 - der SPD-Reichstagsfraktion zu den Kriegsanleihen, schämen sich nicht für die ekelhafte Hetze der SPD-Medien gegen SA-Chef Ernst Röhm wegen seiner Homosexualität (Kurt Tucholsky: „Zunächst soll man seinen Gegner nicht im Bett aufsuchen.“) … 1871 bis 1969 ließen die Sozis die National-Konservativen in Deutschland Schwule jagen - und nach 1945 machten die Sozis noch heftig mit der Jagd auf Schwulen mit dem verschärften Nazi-Paragraphen …

Und heute lassen die deutschen Sozis die schwulen-hassenden Muslime in ihren Moscheen und Schulen in Deutschland grauenvoll hetzen - gegen Schwule, Juden und andere Gläubige etc. Schämt Euch, Sozis...

 

Montag, 26. Juli 2021

26.07.2021 Konservativ

 Ich bin ein Konservativer, wenn du mich als Eiche oder Anemone bezeichnen möchtest, wenn sie ihre Wurzeln in der Erde versenken.“

Ernst Jünger

31.12.2021 - Pandemie

Deutschland & Corona „Einschleppung nach Deutschland äußerst unwahrscheinlich“ – Kopflos in die Krise (WELT)   Das Gesundheitsmini...