Kommunistisches China
Ein von der Kommunistischen Partei und dem Ministerium für Staatssicherheit in Peking gesteuertes Netzwerk nimmt in Deutschland im Verborgenen Einfluss. Die chinesische Diaspora, Austauschstudenten und Wirtschaftsverbände spielen dabei genauso eine Rolle wie die chinesischen Geheimdienste.
Christoph Prantner, Berlin
03.01.2021, 05.30
4. Juni 2019:
Am 30. Jahrestag der Proteste am Tiananmen-Platz erinnert ein chinesischer Klarinettist vor der Botschaft der Volksrepublik China in Berlin an die Opfer aus der Demokratiebewegung.
Wenn es sein muss, reicht der lange Arm Pekings bis in die Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Als dort im Sommer 2018 ein Gedenkgottesdienst anlässlich des ersten Todestages des Schriftstellers und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo abgehalten wird, sind nicht nur Unterstützer chinesischer Dissidenten anwesend.
Auf der Empore des Berliner Gotteshauses, das in der friedlichen Revolution von 1989 eine wichtige Versammlungsstätte war, hat sich gut sichtbar auch eine Handvoll ungebetener chinesischer Gäste positioniert. Die Herren filmen die Anwesenden mit teilnahmsloser Miene. Die Volksrepublik lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, offensiv zu demonstrieren, dass «Systemfeinde» auch 7500 Kilometer von Peking entfernt unter scharfer Beobachtung stehen ...
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