Mittwoch, 3. Februar 2021

03.02.2021 - Tod

Sterblichkeit

Kaum ist ein Monat im neuen Jahr vergangen, liegen auch schon die Daten des Statistischen Bundesamtes zur Gesamtsterblichkeit im Jahr 2020 vor – besser spät als nie. Auch wenn die Tagesschau ganz im Gegensatz zum Spiegel eine Übersterblichkeit aus den Daten herauslesen will, lässt sich die erfreuliche Tatsache festhalten, dass 2020 in Deutschland keine Übersterblichkeit aufgetreten ist. In einem früheren Artikel hatte ich mithilfe einer schlichten linearen Regression berechnet, dass bei Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung etwa 980.300 Sterbefälle im Rahmen des Normalen liegen würden. Nun sind es 982.489 geworden, also knapp 2.200 mehr als der von mir berechnete Wert. Die tatsächliche Sterblichkeit liegt damit um 0,22% höher als der Wert, den man aus der Entwicklung sowohl der Sterblichkeitsdaten der letzten Jahre als auch der Bevölkerungszahl erhält. Wer große Freude an übersteigerter Pedanterie hat, kann nun behaupten, es liege eine Übersterblichkeit von 0,22% vor. Das darf er gerne tun. Er muss dann aber beispielsweise auch behaupten, dass ein Arbeitnehmer, der mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4000 € im Bereich der durchschnittlichen Einkommen liegt, bei einer Erhöhung um 9 € – das sind knapp über 0,22% – auf einmal überdurchschnittlich bezahlt wird, was kaum jemand unterschreiben würde, außer vielleicht ein sozialdemokratischer Finanzminister.

 Reitschuster.de

 

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