Samstag, 20. Februar 2021

20-02-2021 - Da denkt einer hohl

 Falsche Sprache

„Ich hör immer öffnen, öffnen, öffnen“, beschwert sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72 Jahre, Grüne). Und droht den Menschen mit „einem richtigen Lockdown“, den es „bisher ja gar nicht“ gegeben habe.

Mit dieser herablassenden Sprache offenbart Kretschmann, was in der Corona-Krise in Deutschland schiefläuft.

Nicht alle, aber doch zu viele Politiker spielen sich seit Beginn der Pandemie als Erziehungsberechtige der Bevölkerung auf. Sie behandeln die Sorgen der Bürger, als wären es quengelnde Kinder an der Supermarkt-Kasse.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat dünnhäutig auf Forderungen aus der Wirtschaft nach Öffnungsperspektive reagiert.

Ja, natürlich wollen viele Menschen „öffnen, öffnen, öffnen“. Aber nicht, weil sie die Corona-Gefahr nicht so gut verstehen wie Herr Kretschmann, sondern weil sie den Lockdown einfach nicht mehr aushalten.

Sie ertragen es nicht mehr, dass ihre Kinder nicht Rechnen lernen und ohne ihre Freunde vereinsamen. Sie ertragen es nicht mehr, nicht zu wissen, ob sie nächste Woche noch einen Job haben.

Für einen Spitzenpolitiker mit gepanzerter Limousine und sicherem Einkommen mögen sich die vergangenen Monate nicht wie ein „richtiger Lockdown“ angefühlt haben. Für die Bürger schon. BILD

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