Deutscher Selbsthass ist kein Identifikationsangebot
Die Deutschen sind gerade auch als Einwanderungsland herausgefordert, eine positive Identität ihrer selbst zu formulieren – und selbstbewusst mitzuteilen. Auch die offizielle Erinnerung könnte das aus der Erstarrung lösen.
Die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist ein Markenzeichen Deutschlands. Die Kulturwissenschafterin Aleida Assmann bemerkte erst kürzlich, die Singularität des Holocaust sei in Deutschland zu einem «Bekenntnis» geworden, das Eingang in die Identität der Nation gefunden habe.
Die Philosophin Susan Neiman spricht gar von einer deutschen «Meisterleistung».
Volkhard Knigge, bis April 2020 Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, ertrug dagegen die «historisch entkernte Frömmigkeit» der deutschen Erinnerungskultur, mit der er täglich konfrontiert war, zuletzt nur noch zähneknirschend.
Und der Historiker Martin Sabrow beklagt die «Sakralisierung des Gewesenen». … NZZ
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