Ich denke, viele Atheisten überschätzen sich,
weil sie verstandesmässig an Fragen des Glaubens herangehen und daher meinen, fast so etwas wie den Nachweis zu besitzen, dass Gott nicht existiert. In der Tat ist es schwierig, die unendlichen Leiden in der Welt mit einem liebenden Gott in Einklang zu bringen. Mir gelingt es nicht. Das ist aber kein Grund für einen Hochmut, der auf gläubige Menschen herabsieht. In dieser Zeitung beschreibt Frau Läubli, wie sie durch Leiden hindurch von einem Urvertrauen berührt wurde, das von irgendwoher in ihre Seele kam. Ich gehe nicht so weit, sie darum zu beneiden. Aber ich erkenne in diesem Fall den Glauben als eine Macht, die es mit jedem Unglauben aufnehmen kann. Und ich habe Achtung davor. NZZ
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