BILD-KOMMENTAR ZU BORIS PALMER
Der Fußpilz der Grünen
Leidtun muss einem Boris Palmer nicht. Der OB von Tübingen ist intelligent und alt genug, um sich gegen seinen Rauswurf bei den Grünen zu wehren.
Immer mal wieder provoziert Palmer, der seine Stadt toll durch die Pandemie führt, seine Partei mit Sprüchen – zu Flüchtlingen, zu Corona-Regeln und jetzt zur Rassismus-Debatte.
Sicher ist Palmer kein Rassist. Aber er ist der Fußpilz der Grünen-Spitze. Sie können ihn weder leiden noch brauchen. Und jetzt, wo sich Baerbock & Co. fast schon im Kanzleramt sehen, tut er ihnen richtig weh.
Die Frage ist nicht, ob Palmers Facebook-Eintrag klug war. Oder ob die WhatsApp von Jens Lehmann inakzeptabel war. Sie war es. Genau wie der Spruch von Dennis Aogo.
Die Frage ist, wie wir damit umgehen: Lehmann verliert sein Amt bei Hertha, Aogo seinen Job bei Sky. Jetzt sind sie geächtet. Und Palmer soll sein Parteibuch verlieren. Vielleicht auch gleich sein Rathaus?
Mir ist das alles ein bisschen viel. Rassismus ist zwar keine Meinung, die man tolerieren kann. Aber nicht bei jeder Entgleisung muss das Land hyperventilieren. Wie wär’s einfach mal damit, den Ball flach zu halten?
Ich glaube, die Grünen haben noch länger Stress mit Palmer.
Fußpilz ist hartnäckig.
Von RALPH GROSSE-BLEY
08.05.2021 - 22:29 Uhr
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