Kommentar zu Baerbock
Wo bleibt die Moral?
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen. Anfang der Woche musste sie zugeben, dass sie ihre Zuschläge (Weihnachtsgelder, Erfolgsbonus für die Europawahl und Corona-Zuschlag), die sie von den Grünen seit 2018 erhalten hat, dem Bundestag verspätet gemeldet hat
Je höher die Moral, desto tiefer der Fall.
Eigentlich sollen die Chefs der Grünen gar kein Geld aus der Parteikasse bekommen, wenn sie ein Mandat haben. Und dann vergisst Annalena Baerbock angeblich, die Sonderzahlungen ordnungsgemäß beim Bundestag zu melden.
Ganz gleich, ob dahinter Raffke-Mentalität oder schlicht Chaos steht: Jeder Normal-Steuerbürger käme mit „vergessenen“ Beträgen von mehreren Zehntausend Euro bei keinem Finanzamt durch.
Der durchschnittliche Jahreslohn eines Singles in Deutschland liegt bei rund 24 000 Euro netto. So viel, wie die Grünen-Kanzlerkandidatin in drei Jahren „vergessen“ hat.
Dass darin auch noch ein steuerfreier Corona-Bonus enthalten ist, der eigentlich für die vielen Corona-Alltagshelden gedacht war, macht die Sache besonders brisant.
Wer ein Land führen und mit Steuer-Milliarden hantieren will, sollte nicht nur seine privaten Finanzen im Griff haben. Sondern auch wissen, was sich gehört – und was nicht.
BILD-Kommentar
Von Ralf Schuler
21.05.2021 - 21:44 Uhr
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