Sonntag, 13. Juni 2021

13.06.2021 - Denker

 Henryk M. Broder / 13.06.2021

Bedeutende Denkerinnen und Denker des 21. Jahrhundert:

Die grüne Labertasche W. Kretschmann

Auf dem digitalen Parteitag der Grünen, bei dem das Programm zur Bundestagswahl („Deutschland. Alles ist drin“) verabschiedet und Annalena Baerbock mit 98,5% zur Kanzler-Kandidatin gekürt wurde – von einer Wahl konnte mangels einer Gegenkandidatin keine Rede sein –, trat auch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, mit einer Video-Botschaft auf. Er sagte u.a.:

„Wir treten nicht mehr mit dem Anspruch an, nur ein ökologisches oder gesellschaftliches Korrektiv zu sein. Wir treten an, um Deutschland zu führen und der Politik die Richtung vorzugeben. Deshalb greifen die (Union und SPD) auch gerade zu allen Mitteln - egal ob redlich oder nicht. Da werden Ungenauigkeiten im Lebenslauf von Annalena aufgebauscht, Versäumnisse bei der Meldung von Einkünften als Bundesvorsitzende zur Staatsaffäre erklärt und die Zahl der Änderungsanträge bei unserem Parteitag in die Nähe eines Misstrauensvotums gerückt. In den sozialen Medien werde mit einem gefährlichen Gemisch aus Fakten und Unwahrheiten Stimmung gemacht. Auch wenn manche dieser Angriffe schäbig und schwer zu ertragen seien, so zeige dieses Empörungs-Spektakel doch vor allem: Es macht einigen Leuten große Angst, dass wir Grüne uns neu aufgestellt haben und damit erfolgreich sind.“

Da ist was dran. Die Vorstellung, inkompetente und wissensarme Großschwätzer wie Frau Baerbock und Herr Habeck könnten Deutschland führen, ist sehr wohl dazu angetan, einem Angst einzujagen. Die Erfahrung lehrt uns, dass es richtig ist, sich vor Leuten zu fürchten, die mangelnde Intelligenz durch überschießendes Strebertum ersetzt haben. Egal, ob sie aus dem Völkerrecht, dem Gebrauchtwagenhandel oder einem Fitness-Studio kommen.

Ich möchte nicht – oder doch: ich würde gerne wissen –, wie eine grüne Labertasche namens Kretschmann reagieren würde, wenn sich ein AfD-Politiker solche Ungenauigkeiten und Versäumnisse erlaubt hätte wie Frau Baerbock, und das in einem eindrucksvollen Umfang. Was ist von der Völkerrechtlerin übrig geblieben? Eine Hochstaplerin. Andererseits, vielleicht ist das genau der USP, der Annalena für das Amt qualifiziert.

In drei Monaten wissen wir mehr. Genau genommen kommt Frau Baerbock ja vom Trampolin. Und da ist echt alles drin.

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