Im europäischen Fußballverband regiert das Geld, besser: die Gier. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Uefa Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 als lästige Auflagen empfindet und die massenhaften Verstöße gegen die Maskenpflicht toleriert. Auch macht die Fußballwelt – in der Uefa wie im Weltverband Fifa – keinen Unterschied zwischen demokratisch und autoritär regierten Mitgliedsstaaten. Solange Ball und Rubel rollen, legt man sich auch mit Orbán ins Bett, ist jeder „Sportsfreund“ willkommen, ob westlicher Demokrat, östlicher Diktator oder muslimischer Fundamentalist. Die Vergabe der Fußball-WM 2022 an das nicht gerade für seine Toleranz bekannte Katar zeigt dies überdeutlich. Allerdings sollte man auch realistisch sein. Dürften bei internationalen Wettbewerben nur Athleten aus demokratisch regierten, die Menschenrechte respektierenden Länder sich sportlich messen, würde die Sportwelt stark schrumpfen.
Ganz
nebenbei: Die Allianz-Arena taugt ohnehin kaum als in Farben getauchtes Symbol
für Diversität und Toleranz. Denn der FC Bayern München als eigentlicher
Hausherr ist dem vom Islam und der Scharia geprägten autoritären Scheichtum
Katar wirtschaftlich eng verbunden und fühlt sich dort seit Jahren im
Trainingslager ausgesprochen wohl. Unvergessen der politische Lagebericht der
Bayern-Ikone Franz Beckenbauer: „Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar
gesehen. Ich weiß nicht, woher diese Berichte kommen. Ich war schon oft in
Katar und habe deshalb ein anderes Bild, das glaube ich realistischer ist.“
Wenn nun ausgerechnet Bayern-Funktionäre die Uefa-Entscheidung kritisieren,
spricht das für eine ausgeprägte Doppelmoral. (FOCUS)
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