Die Raute des Grauens geht
Endlich hat der Wahlkampf mit einem harten Schlagabtausch in der letzten regulären Sitzung des Bundestages vor dem Wahltag Tempo aufgenommen. Die Kanzlerkandidaten haben einander nichts geschenkt, die Parteien haben sich gegenseitig in die Mangel genommen. Klare Unterschiede in Weltsicht und Vision wurden deutlich – trotz dem allenthalben in Deutschland als unzulänglich empfundenen politischen Spitzenpersonal. Die Bürger bekommen am 26. September tatsächlich das, was in der Debatte in Berlin mehrfach anklang: eine «Richtungswahl».
An der Schwelle zur «Epochenwende» mag die Zahl der theoretisch möglichen Koalitionsvarianten gross sein, an der politischen Weggabelung weisen die Schilder dennoch nur in zwei Richtungen: hier entlang zur zentralistisch organisierten, staatsgläubigen Gesellschaft – und dort zur vergleichsweise liberalen und marktorientierten Ordnung. Das sind die Optionen, die zur Wahl stehen.
Die „Raute des Grauens“ geht, endlich! Der Wahlkampf ist bewusst inhaltslos, denn nach der Wahl sollen die Bürger noch stärker entmündigt werden. Der Staat wird sich in immer privatere Bereiche des Bürgers einmischen, jede Initiative wird abgewürgt. Der Staat regelt scheinbar alles. In Wirklichkeit ist da eine neue Kaste von Funktionären bemüht ihre eigenen Pfründe zu mehren.
Das Hauptthema ist die Vermittlung von Angst. Angst um die Gesundheit, Angst um den Wohlstandsverlust, Angst um die Umwelt. Die Begründungen dafür werden immer fadenscheiniger, eigentlich leicht durchschaubar. Wer die Wahl hatte, sollte diesmal nach dem Bauchgefühl entscheiden!
Welcher Kandidat wird das Land, d.h. die Bürger mit Respekt behandeln, nicht nur Respekt heucheln. Wem würde ich mein Kind anvertrauen? Wem würde ich ohne Sicherheiten Geld leihen. Die Antworten zu diesen Fragen helfen vielleicht bei den Wahlentscheidungen.
Die von Psychologen und Meinungsforschern verbreiteten Empfehlungen sind in aller Regel Mogelpackungen. Persönlich befürchte ich das schlimmste für Deutschland und seine Zukunft, und damit die Zukunft Europas.
Siehe NZZ
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