Zwei Wochen nach der Verleihung erklärt der Literaturkritiker in der „FAZ“ unter der Überschrift „Macht Verfolgung kreativ?“, weshalb ihn Wolfs Rede so verärgert hat. Dass die Schriftstellerin in ihrer Laudatio behauptete, die DDR mit ihren angeblichen Widersprüchen sei verantwortlich für Braschs Kreativität, nennt er zynisch und unverfroren. Er bezeichnet Wolf als „DDR-Staatsdichterin“, deren künstlerische und intellektuelle Möglichkeiten weit überschätzt seien, und kritisiert ihre politisch ambivalente Haltung. Wolf werde nicht müde zu erklären, „dass es im Westen eher scheußlich und schrecklich sei, in der DDR hingegen, allen Makeln und Schwächen zum Trotz, eher hold und hoffnungsvoll“. Dass Brasch nicht aufhören könne, sich mit seinen Erfahrungen in der DDR auseinanderzusetzen, läge allein an seinen Leiden in dem Land, in dem er „schikaniert und tyrannisiert wurde und aus dem man ihn schließlich vertrieben hat“. WELT
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